Grosses Interesse an Gehirngesundheit
Wie lässt sich das Gehirn möglichst lange gesund und leistungsfähig halten? Dieser Frage widmete sich ein Informationsanlass zum Hirncoach-Programm in Sargans. Das Interesse war grösser als erwartet: Noch kurz vor Beginn mussten zusätzliche Stühle für die Besucherinnen und Besucher aufgestellt werden.
Gemeinderätin Andrea Büsser begrüsste die zahlreich erschienenen Interessierten und erläuterte zu Beginn, weshalb sich die Gemeinde Sargans im Bereich der Gesundheitsprävention engagiert. Nach Angeboten und Aktivitäten rund um Bewegung und psychische Gesundheit richtet sich der Blick nun auch auf die Gehirngesundheit. Dabei stellte Büsser eine einfache Frage in den Raum: Während die meisten Menschen wissen, wie sie ihre Muskeln trainieren können, sei weit weniger bekannt, was sich konkret für die Gesundheit des Gehirns tun lasse.
Seines eigenen Glückes Schmied
Antworten darauf lieferten anschliessend Dr. Maria Brasser-Michel, Neurowissenschaftlerin, und Hanna Üffing, Projektleiterin von Hirncoach. Sie vermittelten zunächst Grundlagen zur Funktionsweise des Gehirns und erläuterten neue Erkenntnisse darüber, wie sich dieses im Laufe des Lebens verändert.
Eine zentrale Botschaft des Abends war dabei durchaus ermutigend: Zwar steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für demenzielle Erkrankungen. Gleichzeitig ist der Mensch diesem Prozess nicht einfach passiv ausgeliefert. Verschiedene Verhaltensweisen können dazu beitragen, die Gehirngesundheit zu fördern und die Widerstandsfähigkeit des Gehirns zu stärken.
Bewegung, Denken und soziale Kontakte
Dabei gibt es nicht die eine Übung, die das Gehirn gesund hält. Vielmehr spielen verschiedene Bereiche zusammen. Bewegung gehört ebenso dazu wie kognitive Herausforderungen, Achtsamkeit, gesunde Lebensgewohnheiten und soziale Kontakte.
Dass Gehirntraining durchaus unterhaltsam sein kann, bewiesen Brasser-Michel und Üffing gleich vor Ort. Immer wieder wurde der Vortrag durch kleine Übungen unterbrochen. Die Teilnehmenden mussten selbst denken, kombinieren oder ungewohnte Aufgaben lösen. So wechselten sich wissenschaftliche Informationen und praktische Erfahrungen ab.
Das sorgte nicht nur für einige amüsierte Reaktionen im Publikum, sondern machte auch deutlich, dass Gehirngesundheit im Alltag stattfinden kann.
Ein Jahr lang am Ball bleiben
Mit dem Informationsabend startet nun die Anmeldephase für das einjährige Hirncoach-Programm in Sargans. Dieses kombiniert wöchentliche Online-Impulse und Übungen mit monatlichen Treffen vor Ort. Neben Wissen über das Gehirn stehen dabei gemeinsames Trainieren und der persönliche Austausch im Zentrum.
Die Gemeinde Sargans unterstützt das Programm, indem sie für die monatlichen Treffen die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Das Jahresprogramm kostet 350 Franken.
Teilnehmen können nicht nur Einwohnerinnen und Einwohner von Sargans. Das Angebot steht auch Interessierten aus anderen Gemeinden offen.
Für Gemeinderätin Andrea Büsser passt das Programm zum Verständnis der Gemeinde von moderner Gesundheitsprävention. Diese solle nicht darin bestehen, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben hätten. Vielmehr gehe es darum, Wissen und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, damit Menschen möglichst lange gesund, selbstständig und mit guter Lebensqualität leben können.
Das grosse Interesse am Informationsabend deutet zumindest darauf hin, dass das Thema einen Nerv getroffen hat.
Weitere Informationen und Anmeldung: https://www.hirncoach.ch/gemeinde-sargansExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.