Schulhaus Malerva: Der Startschuss ist gefallen
Luftschlösser, Schoggibrunnen, lehrerfreie Zonen: Würde es nach den Wünschen der Kinder einer vierten Klasse in Sargans gehen, würde das neue Schulhaus Malerva dereinst einem Paradies für Kinder und Jugendliche gleichen. So jedenfalls stellen es die vielen Zeichnungen dar, welche die Kinder mit ihren Lehrpersonen extra anlässlich der Grundsteinlegung des Neubaus gefertigt haben. Mit den Kunstwerken sollte eine Zeitkapsel befüllt und schliesslich für die Nachwelt auf dem Grundstück in der Malerva vergraben werden.
Gesagt, getan: Am Donnerstag, 21. Mai 2026, führte die Gemeinde Sargans als Bauherrin den Spatenstich des Schulhausneubaus in Form besagter Grundsteinlegung durch. Im Beisein verschiedener Mitglieder aus Gemeinde- und Schulrat, der Schulleitung, der Bauleitung und Vertretern von Bauunternehmen verkündete Gemeindepräsident Stefan Kohler den Startschuss der Bauarbeiten am Schulhaus.
Geglückte «Hauptprobe» stimmt zuversichtlich
Es ist die zweite Bauetappe des Gesamtprojekts in der Malerva. Erst vor rund drei Wochen hatte die Gemeinde zu einem Tag der offenen Türe in den benachbarten Kindergarten Malerva eingeladen, der im Spätherbst 2025 fertiggestellt, im Dezember bezogen und im Januar eröffnet und eingesegnet worden war. Während dessen Fertigstellung hat die Baukommission Schulraumplanung gemeinsam mit dem Flumser Architekturbüro Atelier drü (Bauleitung) die Planung am Schulhaus stetig vorangetrieben. Kohler: «Diese Arbeit trägt nun Früchte.»
Christian Jud, Geschäftsleiter des Atelier drü, erklärte denn auch mit einem Augenzwinkern, dass die «Hauptprobe» am Kindergarten geglückt sei und man sich jetzt der zweiten, weitaus grösseren Bauetappe zuwenden könne. Geplant ist nebst einem Schulhaus samt Turnhalle und Platz für insgesamt 15 Schulklassen auch ein Aussenbereich mit Sportplatz und die Offenlegung des Töbelibachs quer durch das Areal. Jud: «Es freut uns über alle Massen, dass wir nach einer langen Gesamtplanungszeit von fünf Jahren den Neubau nun endlich realisieren können.» Ein Stapel Baupläne, den Projektleiterin Laura Hösli ebenfalls in der Zeitkapsel platzierte, liess den grossen Aufwand zumindest erahnen.
Heute ist morgen schon gestern
Im November 2022 hat die Sarganser Bevölkerung dem Bauprojekt an der Urne mit 849 zu 714 Stimmen zugestimmt. Ein von Gemeindepräsident Kohler ebenfalls der Zeitkapsel beigelegter Zeitungsbericht von damals soll auch die Nachwelt «an dieses für die politische Gemeinde gewichtige Ereignis» erinnern. Genauso wie eine aktuelle Ausgabe der Lokalzeitung «Sarganserländer» an den offiziellen Startschuss der zweiten Bauetappe erinnern soll. Kohler vervollständigte den Inhalt der Kapsel mit einem guten Tropfen Sarganser Wein und einer Sarganser Fahne. Abschliessend meinte er zu den anwesenden Kindern: «So wie wir aktuell in diesem Boden archäologische Schätze aus der Vergangenheit finden, so werden vielleicht in ferner Zukunft unsere Nachkommen auf diese Truhe stossen. Dann werden sie alles über die Absichten und Pläne der Gemeinde von heute und ebenso über eure Ideen, Wünsche und Träume erfahren.»
Das Schulhaus wird allerdings in weit näherer Zukunft fertiggestellt sein. Konkret erklärte Jud, dass die Bauarbeiten Ende 2028 beendet werden sollen und die Schule im Sommer 2029 den Betrieb aufnimmt, so es denn keine Abweichungen vom Bauplan gebe. «Weil wir aber dank der Archäologie mittlerweile genau wissen, worauf wir im Untergrund dieses Grundstücks treffen werden, werden wir keine bösen Überraschungen erleben. Der Plan wird aufgehen.»
Weitere Bilder zur Grundsteinlegung sind in der Fotogalerie unter diesem Link zu finden.