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Gemeinde Sargans

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Inhalt

Offener Brief: "Nur das Beste für uns"

9. Juli 2021

Über regionale Versorgung und Solidarität wird öffentlich diskutiert diese Tage. Das ist gut so, findet der Gemeinderat von Sargans. Und schildert seine Sicht der Dinge ebenfalls in einem offenen Brief.

 

Bad Ragaz beteiligt sich nicht am Kauf der Spitalliegenschaft. Walenstadt und Quarten bewirtschaften eigene Strukturen in der Langzeitpflege. Sargans wird mit den Schnellzugsanschlüssen allein gelassen. Alle nutzen sie gerne, aber mitzahlen wollen sie nicht. Das Skigebiet Pizol kann nur mit Unterstützung der öffentlichen Hand der umliegenden Dörfer weiterbestehen und sich so entwickeln, dass es auch bei fortschreitendem Klimawandel überlebensfähig bleibt. Die Bereitschaft, diese Investitionen mitzutragen, sinkt. Die Gemeindeautonomie lässt dies zu, was der Gemeinderat Sargans nicht anzweifelt. Fakt ist aber: Fast jede Gemeinde unserer Region hat Zentrums- und Standort-Lasten, die grosse Vorteile für umliegende Gemeinden oder die ganze Region bringen. Das gemeinsame Finanzieren dieser Lasten funktioniert jedoch eher zufällig, teilweise ohne gute Begründung gar nicht, obwohl die daraus entstehenden Vorteile teilweise beträchtlich sind. Hätten wir eine Regierung für die ganze Region, zum Beispiel einen Stadtrat Rheinseez, dann wäre klar, dass dieser sich bemühen würde, alle Stärken sorgsam zu pflegen:

  • Die grandiose kulturelle Ausstrahlung von Bad Ragaz mit der stets inspirierenden Bad Ragartz, mit dem Quellenhof, der Tamina Therme, aber auch mit dem öffentlichen Freibad,
  • das wunderbar gelegene Walenstadt mit langem Bade-Ufer, mit Erholungsräumen für jung und alt,
  • die ganzen Wanderwege in allen Dörfern,
  • die urchigen Täler und Orte Vättis, Sankt Martin, Schils, Walenstadtberg, Quinten, Chapfensee oder Weisstannen.
  • unsere beiden Skigebiete Flumserberg und Pizol mit grosser Ausstrahlung, welche fast die ganze bergige Südseite unserer Region abdecken und uns einzigartigen Bergsport im Winter und im Sommer ermöglichen, die aber auch Unruhe und viel Verkehr in die Dörfer Quarten, Flums, Wangs und Bad Ragaz bringen,
  • das kulturelle Zentrum Mels mit Verrucano und altem Kino, mit öffentlichem Schwimmbad,
  • das Bildungszentrum Sargans mit Kanti, BZSL, verschiedenen weiterführenden Schulen und RDZ, regionaler Sportanlage, mit dem Zukunftsplan des Campus im Ort, vielleicht sogar einem Sportcampus mit internationaler Ausstrahlung, mit Schloss und Bergwerk, aber auch mit sehr viel öffentlichem und privatem Verkehr,
  • eine breite Vielfalt von Gewerbe mit vielen Arbeitsplätzen, die sich in unterschiedlichem Ausmass auf die Dörfer verteilen.

Wären wir eine Stadt, eine Bergtal-Stadt Rheinseez oder Sarganserland, dann wäre deutlich klarer, dass wir all das mit soliden Mehrheiten unterstützen würden, weil wir nicht schon bald zu einer vergessenen Randregion ohne Anziehungspunkte werden wollen, sondern eine gut gewählte Vielfalt unserer Potenziale pflegen und entwickeln wollen. In der aktuellen Struktur einer Gemeinschaft von acht Gemeinden versucht die Talgemeinschaft Sarganserland-Walensee am klarsten, diese regionale Solidarität einzufordern. Nicht selten vergeblich, weil Gemeinderäte halt «nur das Beste für ihre Gemeinde» wollen. Nur für ihre Gemeinde. Da ist jeder solidarisch ausgegebene Franken einen Franken zu viel. Wer nur auf den eigenen Vorteil, den eigenen Steuerfuss schaut, der wird über kurz oder lang den Pizol sterben lassen, keine integrierte Versorgung in der Pflege aufbauen, Projekte wie den Sport- oder Bildungscampus erst gar nicht entstehen lassen, und die Zukunft des Spitals Walenstadt aufs Spiel setzen. Uns in Sargans geht es gleich wie anderen. Auch bei uns wird von den einen mehr, von den anderen weniger Solidarität mit den regionalen Angeboten und Anliegen verlangt.

So kommen wir als Region nicht weiter. Wir gefährden sogar, was wir haben. Wir kommen nur weiter, wenn wir für alle schauen, uns gegenseitig unterstützen, als echte Talgemeinschaft dastehen wollen. Wir haben nur dann eine Chance, wenn wir unsere Region gemeinsam denken. Der erste Schritt ist eine Auslegeordnung aller Zentrums- und Standortlasten, welche die eigene Gemeinde stark belasten, von denen aber die anderen viel profitieren. So zu tun, als ob das eine mit dem anderen nichts zu habe, geht unserer Ansicht nach nicht. Am Schluss müssen alle einigermassen das Gefühl haben, dass die verschiedenen Lösungen über alles gesehen aufgehen. Nur wer sich fair behandelt fühlt, kann sich Solidarität leisten.

 

Der Gemeinderat Sargans