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20.04.2018 08:46:36



Sargans
Sargans, gestern und heute

Die Geschichte und Gegenwart von Sargans wird seit jeher durch den Verkehr bestimmt. Als "Doppeltor zu den Alpen" mit den Zugängen aus dem Seez- und Rheintal finden sich urgeschichtliche, römische, mittelalterliche und neuzeitliche Siedlungsspuren auf engem Raum vereint. 

Die 1858 / 59 gebaute Eisenbahn sowie moderne Strassen und Autobahnen unterstreichen die gute Verkehrslage, die offene Haltung und ein vielfältiges Beziehungsnetz der Sarganserinnen und Sarganser in die nähere und weitere Umgebung. 

Vom ersten bis dritten Jahrhundert besteht in Sargans ein wichtiger römischer Gutshof; zu dieser Zeit wird auch bereits Erz am Gonzen abgebaut. Das Eisenbergwerk, bis 1966 in Betrieb, kann heute touristisch besichtigt werden. Für Sargans, aber auch das ganze Sarganserland, bildete es während Jahrhunderten einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor. 

Im Jahre 765 n. Chr. wird Sargans unter dem Namen "Senegaune" erstmals erwähnt. Bereits im 9. Jahrhundert gibt es eine christliche Kirche, ab 1100 wird der erste Turm des Schlosses Sargans erbaut. Bis zum Ende des Mittelalters ist die Burg nun Sitz der Grafen von Werdenberg-Sargans, den Landesherren. Sie sind es auch, die um 1260 das Städtchen gründen und es bald zu einem wichtigen Mittelpunkt für Politik, Wirtschaft und Kultur machen. 

Gegenüber den Nachbarorten haben die Stadtbürger bis 1798 weitreichende Vorrechte. Noch heute lädt das malerische Städtchen, welches 1811 letztmals durch einen grossen Brand zerstört wurde, zum Entdecken und Verweilen ein. Neben den von Stadtgraben und Mauern umgebenen Häusern wohnte man schon damals auch in den Weilern Schwefelbad, Farb, Töbeli, Vild, Ratell und Prod, die heute alle als zusammenhängendes Siedlungsgebiet erscheinen. 

Seit 1803 ist Sargans Hauptort des Sarganserlandes im neu gegründeten Kanton St. Gallen. Lange Zeit ist es für die während Jahrhunderten unterjochte Bevölkerung ungewohnt, die neuen politischen Rechte und Freiheiten auszuleben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es zur wirklichen politischen und wirtschaftlichen Integration in den Kanton. Ins 20. Jahrhundert fällt auch ein starkes Bevölkerungswachstum und eine Ausweitung der Siedlungsfläche.