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Dem römischen Gutshof Sargans wieder auf der Spur

Der seit dem 19. Jahrhundert erforschte römische Gutshof in der Malerva rückt wieder ins allgemeine Interesse: Aufgrund einer geplanten Schulanlage führte die Kantonsarchäologie St.Gallen im vergangenen November auf zwei Parzellen Baggersondierungen durch. Die Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse zum römischen Gutshof.

 

Forschungen und Erkenntnisse damals

Bereits 1864/65 fanden erste Ausgrabungen in der Malerva statt. Damals kamen Teile des Herrenhauses sowie das Badegebäude eines römischen Gutshofes zum Vorschein. Beim Bau der Verladestation des Gonzenbergwerks wurden 1920 zwei Wirtschaftsgebäude des Gutshofes sowie ein römischer Ziegelbrennofen dokumentiert. Beim Ausbau der Kantonsstrasse 1967/68 untersuchte die Kantonsarchäologie St.Gallen einen Ziegelbrennofen sowie weitere Bereiche des Herrenhauses. 1969 wurden Teile davon in einem Schutzbau der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Gutshöfe garantierten die landwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung in römischer Zeit. Das Herrenhaus samt Bad diente dem Verwalter als gehobener Wohnsitz, die andern Gebäude waren Wirtschaftsbauten oder dienten den Landarbeitenden als Unterkunft. Die Anlage war vom 1. bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. bewohnt.

 

Archäologische Untersuchungen und Erkenntnisse heute

Derzeit gelangt der Sarganser Gutshof wieder ins Licht der Forschung: Die letzten noch unbebauten Parzellen in seinem Umfeld sind für eine neue Schulanlage vorgesehen. Dieses Areal wurde bereits 2015 und 2017 mit geophysikalischen Methoden (Georadar, Magnetik) untersucht. Die Messungen zeigten die Grundrisse von zwei Nebengebäuden südlich des Herrenhauses. Dazu wurden weitere Bauten und Strukturen erkannt. Im Frühjahr 2015 sowie November 2019 sondierte die Kantonsarchäologie diese Strukturen mittels Baggerschlitzen. Ziel war, die Messresultate zu prüfen sowie die absolute Tiefe, Mächtigkeit und Zeitstellung von archäologischen Strukturen zu erfassen. Diese Informationen dienen der Kantonsarchäologie, das weitere Vorgehen im Hinblick auf das Bauvorhaben zu planen.

Westlich des Herrenhauses (Parz. 1276) wurden die Fundamentreste eines Nebengebäudes des Gutshofes gefunden. Südlich des Herrenhauses (Parz 369) bestätigten die Sondagen die beiden Nebengebäude. Dazu wurden auf der ganzen Fläche zwei römische Schichten mit zahlreichen Funden (Keramikscherben, Ziegelfragmente, Tierknochen) nachgewiesen. Ein besonderer Fund ist eine römische Gemme, eine Ringeinlage aus Halbedelstein. Zudem kam ein Graben, welcher wohl der Entwässerung des feuchten Geländes in römischer Zeit gedient hatte, zum Vorschein.

 

Bedeutung des Sarganser Gutshofs

Die Bedeutung des römischen Gutshofs leitet sich von seiner Lage an einem Verkehrsknotenpunkt ab, der seit der Steinzeit von grosser Bedeutung ist. Die wichtige Strassenverbindung nach Westen ins Mittelland führte über den Walensee, nach Norden verlief eine Strasse durchs Rheintal Richtung Bregenz und Süddeutschland. Südwärts gelangte man via Chur über die Alpenpässe Splügen und Julier nach Italien. Möglicherweise übernahm der Sarganser Gutshof aufgrund seiner optimalen verkehrsgeografischen Lage zusätzliche Aufgaben einer Raststation.

Die geplanten Bauprojekte werden weitere Erkenntnisse zu dieser wichtigen Fundstelle für das Sarganserland und den ganzen Kanton St.Gallen ergeben.

 

Ansprechpartner: Bauamt Sargans, Mail: info@sargans.ch


Gutshof Sargans
 

Datum der Neuigkeit 22. Mai 2020